Sonntag, 1. Mai 2016

" Trinkwasser brauchen wir zum Leben, Elektrizität nicht. "

In der letzten Zeit, waren wir auf sehr vielen sogenannten "Reuniónes", dies sind Zusammentreffen der jeweiligen Dorfgemeinschaft mit CEPAS, um Probleme innerhalb der Gemeinschaft zu analysieren und dafür Lösungen zu erörtern, die dann später in Projekte umgesetzt werden. Für uns war diese Phase sehr interessant zu sehen, da wir in Pueblo Nuevo mit dem Projekt anfingen, aber die Entwicklung, wie es dazu kam nicht miterlebt haben. 

Wir sind also mit einem CEPAS Mitarbeiter los gelaufen und wussten nicht was uns erwartet, weil jede Comunidad, also Dorfgemeinschaft, anders ist. In einer Woche waren wir einen Tag in Cerro Viejo, welches circa 2 Stunden mit dem Auto von Santiago entfernt ist. Diese Comunidad stellte sich als unheimlich herzlich und interessiert heraus. Wir haben mit ihnen die Problemerörterung durchgeführt, wobei sie auch herausstellen sollten, welche Probleme größer sind und welche im Verhältnis kleiner sind. Dabei entstand das Zitat in der Überschrift, welches meines Erachtens, sehr wichtig ist zu erwähnen. Es wurde die Frage gestellt, ob es schlimmer ist, keine Wasserleitung oder keine Elektrizität zu haben. Eine Frau brachte es ganz simpel auf den Punkt, "Trinkwasser brauchen wir zum Leben, Elektrizität nicht. ". In einer Welt, wo die Technik einen erheblichen Stellenwert erreicht hat, könnten wir einfach sagen, wir verzichten drauf ? Oder würde das Problem eher gleichgestellt sein mit Trinkwasser ? Denn hier im Dorf, wurde Elektrizität, als das kleinste Problem angesehen.


Familienstammbaum in Cerro Viejo



An einem anderen Tag, waren wir in einer weiteren Comunidad, welche sehr nah an Cerro Viejo liegt. Wir sind dort mit Raphael hingefahren und mussten noch ein ganz schönes Stück bergab laufen, um ins Dorf zu gelangen, wo wir uns schon auf dem Weg dachten: "Meine Güte, dass müssen wir gleich alles in der Mittagssonne wieder hoch gehen.". Wie es sich herausgestellt hat, war es umso wichtiger jeden Schritt zu gehen, weil diese Gemeinschaft nicht von Pfarrern oder anderen Unterstützern besucht wird, um mit den Leuten zu sprechen und ihnen zu helfen, Probleme zu lösen. Als wir dort angekommen sind, wurden wir wieder herzlich, aber von einer kleineren Gruppe begrüßt. Raphael hat die Reunión begonnen und wir befassten uns erneut mit der Problemerörterung. Hier ist uns im Besonderen aufgefallen, wie wichtig Bildung ist, beziehungsweise jemand, der in die Dörfer geht und einfach andere Perspektiven und Denkanstöße weitergibt. Zum Beispiel, war den Menschen dort nicht bewusst, dass es für sie praktischer wäre, soviel Reis anzubauen, dass es für sie das ganze Jahr reicht. Zur Zeit, müssen sie ergänzend zur Ernte, Reis kaufen.

Es geht aber nicht darum ihnen vorzuschreiben, so oder so geht es, sondern darum, ein vielfältiges Bewusstsein zu schaffen, wie Dinge auch woanders funktionieren. Um daraus Lösungsstrategien zur Problembewältigung heraus zu filtern.

Seit den letzten zwei Wochen arbeiten Lorena und ich nun in San Fransisco. An einer Schule für Erwachsene helfen wir dort im Schulgarten, geben Englischunterricht und arbeiten mit dem Pfarrer in verschieden Dörfern zusammen. Uns gefällt es dort sehr gut und wir haben schon einen Anschluss an die Gemeinschaft gefunden. Vicki und Andrea fahren abwechselnd weiterhin zu Reuniónes und besuchen Dörfer, um mit ihnen verschiedene kleine Projekte durchzuführen. Beispielsweise ein Videoprojekt, indem die Menschen, aus den Comunidades, Grußbotschaften nach Deutschland senden.

Einen herzlichen Gruß, aus dem wieder regnerischen Panama. 

Eure Luca



Sonntag, 13. März 2016

Kein Tag mehr ohne Wasser


'' (...) In gewohnter Weise beginnen wir den Tag mit Waschen und Zähneputzen. Täglich, ob zu Fuß oder mit einem Verkehrsmittel, begegnen wir dem Wasser. Oft behindert uns Regen oder Nebel; Im Winter erschweren Schnee und Glatteis das Fahren und Gehen. Die Gewässer als Hindernisse für Verkehrswege müssen mit Brücken überspannt werden. In den warmen Jahreszeiten denken wir bei jedem Schritt an Wasser, wenn uns der Durst plagt und der Schweiß von der Stirne rinnt. Ein heißer Sommertag ist erst dann angenehm und schön, wenn die Möglichkeit für ein erfrischendes Bad besteht. Ein Tag ohne Wasser ist einfach nicht denkbar. (...) ''


http://www.zobodat.at/pdf/VNHM_NF_018_0013-0018.pdf (13.03.2016)
Unsere Indianerkleider

Nach den letzten anstrengenden Wochen in Pueblo Nuevo konnten wir nun unser Hauptprojekt beenden. Seit Anfang März fließt für die rund 500 Einwohner Wasser durch die Leitungen, die wir mit Mühe verklebt haben, bis zu ihren Häusern.
Es war ein unglaubliches Gefühl, endlich die großen Wassertanks mit der Leitung zu verbinden und zu hören, wie sich der Tank immer weiter füllt.
Mit einem traurigen und einem lachenden Auge verließen wir das Dorf, wir waren stolz auf uns und unsere Arbeit, die wir fast sechs Monate gemacht haben, aber auch traurig, die Menschen und das Dorf erstmal zurückzulassen, da uns alle sehr ans Herz gewachsen sind.
Am 02.03.2016 fand unser Abschlussfest statt, an dem wir alle ein selbstgeschneidertes Indianerkleid geschenkt bekamen. Dieses Kleid wird uns immer an unser Jahr hier in Panama, aber am meisten an Pueblo Nuevo erinnern.

Mit einem gemeinsamen Essen ließen wir die Abschlussfeier ausklingen und sind alle auf ein Wiedersehen gespannt.

Anschließend an die Fertigstellung der Wasserleitung, wurde unser Zwischenseminar mir Raphaela, einer Freiwilligen vor zwei Jahren, und Samuel in der Hauptstadt Panamas durchgeführt. Untergekommen sind wir dort in einem Institut für Seminare (Instituto Cooperativo Interamericano). Gemeinsam haben wir unser bisheriges halbes Jahr reflektiert und das Biodiversitätsmuseum besucht.

Ab April wird Matthias, einem der Freiwilligen aus dem letzten Jahr, uns besuchen kommen und eine Projektreise mit uns zusammen durchführen.
Wir sind gespannt!

Viele liebe Grüße aus dem heißen Sommer Panamas,
Lorena

''(...) Ohne Wasser gibt es kein Leben, nicht für Pflanzen, nicht für Tiere und schon gar nicht für den Menschen. Vor Milliarden Jahren ist das Leben aus dem Wasser entstanden. Durch das Wasser wird es erhalten. Wasser ist die Voraussetzung für jeden Lebensprozess (...).
Zur Deckung seines Flüssigkeitsbedarfes muss der (...) Mensch täglich zwei bis drei Liter Wasser aufnehmen. Der Mensch kann nur etwa drei Tage ohne Flüssigkeitsaufnahme überleben. Dagegen kann er etwa 30 Tage ohne Aufnahme von fester Nahrung überstehen, wenn die Flüssigkeitszufuhr geregelt ist. (...)''
http://www.zobodat.at/pdf/VNHM_NF_018_0013-0018.pdf (13.03.2016)

Der angeschlossene Wassertank


''Arroz con pollo'' von der Abschlussfiesta in Pueblo Nuevo






Sonntag, 17. Januar 2016

"Sofort morgen" sagte der kleine Tiger

Zeit...
Was Zeit eigentlich sein könnte, lerne ich erst hier.
Zu Hause sind die Tage immer ähnlich vergangen. Im gleichen Tempus, im gleichen Alltag.
Doch das Leben in Panama hat mir ein unglaubliches Geschenk gemacht.
Ich lerne wie wichtig der Moment ist.
Jeden Tag darf ich so viele neue Dinge erleben. Das kann ich nur, weil ich die Zeit dafür habe mich ganz fallen zu lassen.
Kein schulischer Druck, keine Pflichten, die einem auferlegt werden, kaum gesellschaftliche Zwänge, die das Tun und Handeln jeden Tag determinieren.
Hier bin ich in einem völlig neuen Umfeld. Ab dem Zeitpunkt, als ich aus dem Flieger stieg kannte ich nichts; keinen einzigen Menschen (außer die Mitfreiwilligen), keine Straße, kein Haus ... noch nicht einmal die Sprache.
Dies gibt mir die Freiheit alles absolut neu zu erkunden und mit völlig neuen Eindrücken gewinne ich ein neues Verhältnis zu mir selbst.
Denn jede neue Begegnung versuche ich in meine persönliche Biografie einzuordnen. Ich beginne zu vergleichen und mir fallen Dinge wieder ein, die längst in Vergessenheit geraten sind. Es fällt auf, wie stark die vorherigen Erlebnisse, seitdem ich geboren bin, das jetzige Verhalten bestimmen.
Ich bemerke, was ich wirklich mag und was nicht.
Gefühle werden einfach stärker empfunden, weil ich die Zeit habe, mich mit ihnen zu befassen.
Wie wertvoll Zeit ist habe ich auch erst hier gelernt. Ich wachte auf und auf einmal war Weihnachten. Ich war in dem Moment schon 4 Monate hier.
Mir kommt es vor wie 2 Tage, aber gleichzeitig habe ich mich so auf das Leben hier eingelassen, dass es mir vorkommt als sei ich schon immer hier.
Die Relativität der Zeit zeigt sich nicht nur in dem Zeitgefühl, sondern auch darin, dass es an manchen Tagen wirklich "relativ" ist, wie viel Uhr es ist. Man steht mit der Sonne auf und geht mit ihr ins Bett, isst wenn man hunger hat und hört auf zu arbeiten, wenn alle "Tubos" verbunden sind.

Das alles gibt eine so starke, innere Zufriedenheit.
Aus der ich viel Kraft gewinne, mich mit Dingen zu befassen, die ich zu Hause nicht einmal wahrgenommen hätte.

Die Zeit gibt einem also die Kraft zu Reflexion und die Freiheit zu Handeln.

"Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen" - MOMO, ZWEITER TEIL: DIE GRAUEN HERREN, Sechstes Kapitel, (1973) K. Thienemann Verglag Stuttgart, S. 57

- Viktoria



Panama Neuigkeiten:

Hildegard Jaschinski hat uns über Weihnachten und Silvester besucht. Aufgrund eines Erbes konnte sie und ihr Bruder die Schule in "Piedra de Fogón" finanzieren. Diese haben wir zusammen mit ihr besucht und wurden herzlich empfangen. Weihnachten feierten wir bei der Familie von Lorena in Aquadulce und das neue Jahr wurde natürlich mit einer super Party begonnen.






Freitag, 11. Dezember 2015

Flugstunden

Willkommen, willkommen im unweihnachtlichsten Advent unseres jungen Lebens. Turbulente Tage liegen seit dem letzten Blogeintrag hinter uns, Tage die wir ausgenutzt haben um Land und Leute besser kennen zu lernen, einen tieferen Blick in die Kultur zu erhaschen und leider auch, um auf Wiedersehen zu sagen.

Nach ein paar Honighaustagen begannen die Nationalfeiertage Panamas. Die "Fiesta Patrias". Zur Feier der Unabhängigkeit von Kolumbien und Spanien, des Apostels von Santiago sowie zum Tag der Flagge waren Anfang November 4 Tage lang Desfiles, also Umzüge und Partys.
Den ganzen Tag über drängelten sich Pipaeisverkäufer, zuckerwattebepackte Männer, Luftballonclowns und Jungs mit Platanochips und Soda, Plastikhocker oder Helium-Mini-Mäusen durch die Einwohner Santiagos, die die Calle Central säumten, um sich das farbenfrohe und musikalische Spektakel anzusehen. Wir natürlich mittendrin.
Trotz der unfassbaren Hitze und dem Mangel an Schattenspendern maschierten Mädels und Jungs aus allen möglichen Schulen, Krankenhausmitarbeiter, Polizeihunde mit Trainern, viel Militär mit allen möglichen Fahrzeugen, die Feuerwehr, Frauen und Männer in traditionellen Hemden und Polleras mit dem aufwendigen Kopfschmuck, Fahnenträger und natürlich viele, viele Musikanten stundenlang durch die aufwendig, mit unzähligen Panamaflaggen, geschmückte Straße.

Frau mit traditioneller Pollera, die Muster werden von Hand aufgestickt, was diese Volkskleidung immens wertvoll macht
Wir stellten uns diese Feierlichkeiten in Deutschland vor. Und kamen schnell zum Schluss; Unvorstellbar. Wie viel Nationalstolz braucht wohl ein Entwicklungsland um den "Absprung" zu schaffen, um genug Euphorie aufkommen zu lassen, für den Abflug Richtung Industriestaat? Und wie viel Nationalismus ist gefährlich? Wie viel Ehrgeiz nach Außen lässt einen die Innenpolitischen Probleme unter den Teppich kehren? Die Indigenas, die mit der Parole "sin lucha no hay victoria" - "ohne Kampf gibt es keinen Sieg" gegen den Landraub für Wasserkraftwerke im Umzug protestierten, in der Staubwolke zurück, während man selbst schon auf der siebten Wolke schwebt.





Das Wochenende zwischen den Feiertagen machte ich mich mit Vicki zum höchsten Punkt Panamas auf. Nach einem Tag in Bouquette, in der Provinz Chiriqui, mit dem Besuch von heißen Quellen und sehr wenig Schlaf begannen wir um 23:30 Uhr mit dem achtstündigen Aufstieg auf Vulcan Barú: 2 Stunden länger als prophezeit, dafür mit mehr Blicken in den wunderschönen Sternenhimmel und mit verpasstem Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Trotzdem war der Ausblick überwältigend. Im wahrsten Sinne waren wir über den wenigen Wolken auf 3.600 Metern und gleichzeitig auf dem einzigen Fleckchen Erde von dem man sowohl Pazifik als auch die Karibik, dementsprechend zwei Weltmeere zur gleichen Zeit sehen kann. Das Glück war mit uns, sodass das Wetter dies auch zuließ. Nach einem Kakao mit dem diensthabenden Polizisten auf der Gipfelstation, machten wir uns auf zum Abstieg, der uns bis an die körperlichen Grenzen brachte.

Am Gipfel angekommen, im Hintergrund Bocas del Toro und die Pazifikküste, rechts die Gipfelstation

Zurück in der Soledad in Santiago, kam die traurige Nachricht, dass Luca aus familiären Gründen vorübergehend zurück nach Deutschland muss. Nach den letzten Desfiles und einem Abschiedsabend im Rancho begleiteten wir sie also nach Panama Stadt, wo wir uns am Flughafen "bis bald" sagten.
Um uns ein bisschen abzulenken ging es für uns drei weiter nach Portobelo, einer Bucht der Karibikküste, von Kolumbus entdeckt und während der Kolonialzeit ein bedeutender Hafen mit Wehranlagen, deren Ruinen man noch immer betreten kann.


Beim "Kraxeln" auf den Ruinen - in Panama kein Problem, die Anlagen stehen wegen dem starken Verfall allerdings auch schon auf der Roten Liste von UNESCO

Dem folgten weitere drei Wochen in Pueblo Nuevo. Zurück auf dem Boden, in dem Dorf ohne fließendes Wasser und Strom. Die Trockenzeit kommt und wir arbeiteten viel um vor der Sommerpause über Dezember einiges abzuschließen, verklebten und sägten Rohre, installierten Hähne und "llaves de paso".

Hier ein "llave de paso"

Unsere kleine Mitbewohnerin in der Küchenhütte
Nachmittags kamen wie gewohnt die Dorfkinder um uns panamesische Märchen von Vampiren zu erzählen, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zu spielen oder zu malen. In der dritten Woche besuchten wir am Donnerstag die Schule, brachten für jedes Kind eine Weltkarte mit und gaben in allen Klassen eine Mini-Stunde über Kontinente, Weltmeere und die Verbreitung der spanischen und englischen Sprache.
Wir gaben Flugstunden, in der Hoffnung, die Kinder der nächsten Generation könnten irgendwann mit den Panamenus zum Kunstflug abheben.



Wir wünschen euch noch eine wunderschöne Adventszeit, fröhliche Feiertage und natürlich einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

Andrea mit Lolo & Vicki

Donnerstag, 5. November 2015

Unser Hauptprojekt in ''Pueblo Nuevo''





Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wo unser Wasser eigentlich herkommt, wie oft und für was wir Wasser am Tag immer benutzen?
Wir brauchen Wasser den ganzen Tag, was wäre, wenn wir es plötzlich nicht mehr hätten?

In ''Pueblo Nuevo'', dem Dorf, wo unser Hauptprojekt läuft, kennen die Ureinwohner dieses Problem sehr gut. Wir sind seit gut einem Monat dabei, eine Wasserleitung für dieses Dorf, mit ungefähr 500 Einwohnern zu errichten. Am Ende soll jedes Haus einen eigenen Wasserhahn besitzen und hoffentlich für sehr lange Zeit fließend Wasser.

Als wir das erste Mal in diesem Dorf angekommen sind, wurden wir von allen Leuten dort sehr nett begrüßt und uns fiel auf, wie anders diese Comunidad doch zu ''Piedra de Fogón'' ist. Die erste Nacht mussten wir uns zum schlafen aufteilen, doch am nächsten Morgen haben wir unser eigenes Häuschen bekommen.

Um zur Quelle zu gelangen, müssen wir einen Berg hochlaufen, schon am ersten Tag haben sehr viele Männer und auch Frauen mit angepackt und angefangen die Gräben für die Rohre zu schaffen und das Fundament zweier Wassertanks. Wir waren begeistert zu sehen, wie aktiv und motiviert die Einwohner fast aller Generationen mitgeholfen haben, um sehr schnell an nahes Wasser zu kommen.
Unsere Aufgabe bestand nun darin, die Rohre in die Gräben zu legen und miteinander zu verkleben, so dass sie zu 100% Wasserdicht sind. Die Einwohner die helfen, haben die Rohre, direkt nach dem wir sie verklebt haben, eingegraben, dass sie auch vor dem Regen und der Sonne geschützt sind. Es werden zwei Hauptleitungen errichtet, die zusammen vier Kilometer lang sind.
Durch unsere fleißige Arbeit und der Hilfe vieler Einwohner Pueblo Nuevos, haben wir die Hauptleitungen schon fast fertig und konnten in den letzten zwei Wochen schon damit anfangen, die Verbindungsstücke und -rohre für die einzelnen rund 100 Häuser zu legen.

In der letzten Woche waren wir das erste Mal ohne unseren Papa Lorenzo unterwegs und haben, neben dem verkleben der Rohre, angefangen, mit der Schule und den Kindern in dem Dorf zu kooperieren. Jetzt wollen wir  versuchen, ein Projekt in der Art, wie es uns in ''Buenos Aires'' begeistert hat, anzukurbeln. In dieser Woche haben wir auch sehr viel Besuch von den Einwohnern bekommen, vor allem von Kindern, denen wir ''Monopoly'' und ''Mensch ärgere dich nicht'' spielen beigebracht haben.

In dieser Woche sind wir in unserem Haus in Santiago, da die wichtigsten Feiertage Panamas stattfinden, über die wir demnächst berichten werden.

Bis dahin und liebe Grüße aus dem heißen Panama,
eure Lorena


Fundament des ersten Wassertanks
Die Wasserquelle

Das Säubern der Rohre vor dem verkleben
Das Verkleben der Rohre
Das Vergraben der Rohre
Die noch unfertige Wasserleitung




















Freitag, 9. Oktober 2015

Erste Schritte für das große Ganze

KLIMAERWÄRMUNG KLIMAWANDEL GLOBALISIERUNG CO2 - EMISSION

All diese Schlagwörter, wer kennt sie nicht. Jeder redet über die globale Klimaerwärmung. In unser aller Köpfe ist die Vorstellung, der sich wandelnden Welt und die damit verknüpften Normen und Wertvorstellungen internalisiert.
Doch wer setzt sich aktiv ein? Wer nimmt ein mal lieber das Fahrrad als das Auto? Wer isst mal ein Stück Fleisch weniger, weil er sich der Folgen der Massentierhaltung bezüglich der Treibhausemissionen, Flächenverbrauch .... bewusst ist?
Das Resultat unseres Verhaltens lässt sich jetzt vielleicht schon annähernd antizipieren, dennoch werden wir erst in 100 Jahren die Folgen sehen.

Panama ist mir bis jetzt nicht besonders umweltbewusst erschienen. Nur um ein Beispiel zu nennen; alles wird hier einzeln in Plastiktüten eingepackt.
Ich hatte ein stereotypisches Bild im Kopf, dass Panama andere Präferenzen setzt als den Naturschutz.

Als wir nach Buenos Aires kamen, wurden wir von Schildern empfangen, die die Aufschrift trugen "deposite la basura en su lugar"(Müll hat seinen Platz) "plantamos muchos arboles"(wir pflanzen Bäume) ein etwas anderes Panama empfing uns. In ganz Buenos Aires waren überall solche Schildchen zu finden, vor allem an Häuserwänden.
Als unser erster Arbeitstag begann waren wir erst kurz mit dem Auto unterwegs und wurden dann von einem liebenswürdigen Padre bei einer Familie ausgesetzt. Mit dem Auftrag uns über gepflanzte Bäume zu unterhalten. "Ins kalte Wasser geworfen" könnte man nicht treffender formulieren. Im ersten Moment waren wir schon etwas zurückhaltend.
Mit den Kilometern, die wir von Familie zu Familie durch die Dörfer liefen, bekamen wir ein Bild von dem Auftrag, den wir hatten und was unsere Funktion war.

IN KIRCHLICHER MISSION UNTERWEGS.
Der Pastor verbreitet in seinen Messen die Botschaft, wie wichtig Bäume für das Klima seien und wie wertvoll die Natur ist. In Panama ist Brandrodung allseits verbreitet und mit dem Appell Bäume zu pflanzen werden völlig neue Töne angeschlagen.
Unsere Aufgabe war es den Familien, die sich an diesem Projekt beteiligen Aufmerksamkeit zu schenken, wie wundervoll es ist, dass sie mitmachen. Ihre Arbeit wird honoriert.

Es war so schön die Familien zu besuchen, die uns stolz ihre Mango-, Kaffe-, Yuca- und Platanobäume zeigten, die die Kinder anpflanzen. Denn dieses Projekt wird ebenfalls von der Schule subventioniert.

Diese Familien TUN etwas
und ich bekam das Gefühl JEDER kann etwas tun und nicht nur aus altruistischen Gründen.
Denn die Natur zu schützen, schützt uns selbst, jeden Einzelnen.

Wie wollen wir denn sonst irgendwann leben wenn uns das wichtigste fehlt?

- Viktoria




Von einer Familie gepflanzter Platanobaum





Una comida muy rica de una familia cerca de Buenos Aires





Sonntag, 27. September 2015

Terminamos la escuela en Piedra de Fogón

Nach unserer ersten Woche zur Eingewöhnung an die neue Umgebung und das Leben in unserer Heimat, ging es dann laut Arbeitsplan, den wir bei Judith, unserer Ansprechpartnerin für jeden Fall, bekommen haben, nach Piedra de Fogón. 

Wir wurden Montagmorgen um 7 Uhr abgeholt und dann ging es los in die Berge. Der Weg dorthin war sehr spektakulär. Zuerst sind wir auf der Panamerica Richtung Costa Rica gefahren, bis unser Fahrer dann rechts in eine kleinere Straße abgebogen ist. Von dort haben wir auch noch eine trampende Lehrerin auf der Ladefläche bis zu einer Schule mitgenommen. Diese Straße war zwar kleiner, aber immerhin noch eine Straße. Danach begann das Abenteuer, auf kaum befahrbaren, extrem holprigen Stein- und Lehmwegen, durch kleine Bäche und 45° steile Berge rauf und runter, wurden wir ordentlich durchgeschüttelt, bis wir dann bei ein paar Lehmhütten nach gut drei Stunden angekommen sind. Von dort aus mussten wir mit Lorenzo, der gleichzeitig unser begleitender Ingenieur und Ersatzpapa ist, und einer Einheimischen, die uns beim Tragen von Arbeitsmaterialien geholfen hat, noch eine Stunde hoch nach Piedra de Fogón laufen. Die Frau war sehr verwundert über unsere mangelnde Kondition verbunden mit dem Vorhaben auf dem Bau zu arbeiten. Durch die ungewohnte Hitze und den durchgehend sehr steilen, rutschigen und schmalen Weg brauchten wir "etwas" länger als geplant und kamen am Ende unserer Kräfte bei der Schule an. Lorenzo hatte zum Glück etwas Mitleid mit uns, sodass wir nur noch eine Arbeitsplatte für die Küche zusammennageln mussten und uns dann ausruhen konnten.

Aus dem Auto fotografiert
Am Dienstag begann die eigentliche Arbeitswoche. Wir schlugen an den Steinwänden mit Hammer und Meißel überflüssigen Zement ab, mischten Beton an um die Wände sauber zu verfugen. Damit waren wir die ganze Woche beschäftigt und auch noch in der kommenden.

In der zweiten Woche taten wir uns mit dem Weg schon um einiges leichter, da wir wussten was uns erwartet. Als zusätzliche Arbeit kam noch das Streichen der kompletten Schule von innen und außen dazu (in Eierschalenfarbengelb), um die Schule fertig zu stellen.

La vista
Das Leben in dem Dorf können wir leider wenig beurteilen, da wir abgesehen von den Schulkindern kaum Kontakt zu den Einheimischen hatten und auch nie im eigentlichen Dorf, sondern nur bei der Schule waren. Die Kinder waren uns gegenüber sehr offen und haben uns direkt begrüßt, jedoch wurden uns auch sehr schnell einige Kulturunterschiede bewusst. Wir wurden des öfteren von den Kindern nach Essen gefragt. Der Umgang damit viel uns sehr schwer, da wir helfen wollten, es für uns aber nicht immer im Bereich des Möglichen war. Auch von unseren Handys und Kameras waren die Kinder fasziniert. Was uns auch sehr verwundert hat war, dass von den normalerweise 60 Einwohnern nur eine Handvoll Erwachsene im Dorf bei den Kindern waren und der Großteil in der Stadt arbeiten war. Somit waren die Kinder auch vielmehr auf sich alleine gestellt und sehr selbstständig.

Bei der Arbeit mit Unterstützung von Emilio 
Um uns am Wochenende auszuruhen sind wir mit Pedro, Jafet und Daro, den Freunden der deutschen Freiwilligen, die im Gesamtpaket mit inbegriffen sind, zum Strand gefahren. Dort hatten wir einen wunderschönen Aufenthalt mit mehreren paradiesischen Stränden, einer Bootstour über den Pazifik und unserer ersten Nacht in Hängematten. Sonntag Abend waren wir jedoch der Meinung, dass sich das Ausruhen für die kommende Woche eher in grenzen hielt. Trotzdem war es ein sehr gelungenes Wochenende mit vielen Eindrücken die wir nicht vergessen werden.
El paraiso

Die dritte Arbeitswoche verbrachten wir in Buenos Aires, worüber wir im nächsten Post mehr
berichten. Nur soviel: Die Erlebnisse dort waren ganz anders und wir hatten eine sehr schöne und sportliche Woche.

Liebste Grüße aus dem heißen Panama
eure Luca